Wien und Bratislava liegen nur rund 60 Kilometer voneinander entfernt. Für österreichische Unternehmen ist die Slowakei damit kein weit entfernter Auslandsstandort, sondern ein Unternehmensmarkt direkt hinter der Grenze.
Wer über eine slowakische Tochtergesellschaft oder eine zusätzliche operative Basis nachdenkt, sollte deshalb auch eine weitere Frage berücksichtigen:
Wie viel bleibt dem Eigentümer nach der Besteuerung des Unternehmens und der vollständigen Ausschüttung des Gewinns?
Für den direkten Vergleich zwischen Österreich und der Slowakei verwenden wir in beiden Modellen einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 1.000.000 €. Ergänzend zeigt das slowakische Modell eine separate Variante mit einem Gewinn vor Steuern von 95.000 €. Der gesamte Gewinn nach Steuern wird jeweils an einen privaten Gesellschafter ausgeschüttet. Zudem nehmen wir an, dass die Gesellschaft und ihr Eigentümer jeweils im selben Staat steuerlich ansässig sind. Für die vereinfachte Modellrechnung wird unterstellt, dass der Gewinn vor Steuern der steuerlichen Bemessungsgrundlage entspricht.
Das österreichische Modell
Eine österreichische Gesellschaft zahlt 23 % Körperschaftsteuer. Bei vollständiger Ausschüttung an einen privaten Gesellschafter fallen grundsätzlich weitere 27,5 % Kapitalertragsteuer an.
Gewinn vor Steuern
verbleiben nach der Körperschaftsteuer
verbleiben dem Eigentümer
Das slowakische Modell
In der Slowakei richtet sich der Körperschaftsteuersatz unter anderem nach der Höhe der steuerpflichtigen Erträge des Unternehmens.
Die folgende Grafik zeigt zwei getrennte Modellfälle: Variante A mit 10 % Körperschaftsteuer bei steuerpflichtigen Erträgen von höchstens 100.000 € und Variante B mit 21 % Körperschaftsteuer bei steuerpflichtigen Erträgen von mehr als 100.000 € und höchstens 5 Mio. €.
Für Gewinne aus einem Wirtschaftsjahr, das frühestens am 1. Januar 2025 beginnt, wird im verwendeten slowakischen Inlandsmodell mit einem Steuersatz von 7 % auf die Gewinnausschüttung gerechnet.
Bei steuerpflichtigen Erträgen von höchstens 100.000 €
Gewinn vor Steuern
verbleiben nach der Körperschaftsteuer
verbleiben dem Eigentümer
Bei steuerpflichtigen Erträgen von mehr als 100.000 € und höchstens 5 Mio. €
Gewinn vor Steuern
verbleiben nach der Körperschaftsteuer
verbleiben dem Eigentümer
Modellunterschied gegenüber Österreich
Bei gleicher Ausgangsbasis von 1.000.000 € verbleiben dem Eigentümer im slowakischen Modell mit 21 % Körperschaftsteuer 176.450 € mehr als im österreichischen Modell.
Variante A setzt steuerpflichtige Erträge von höchstens 100.000 € und einen Gewinn vor Steuern von 95.000 € voraus. Variante B setzt steuerpflichtige Erträge von mehr als 100.000 € und höchstens 5 Mio. € sowie einen Gewinn vor Steuern von 1.000.000 € voraus.
Was bedeutet dieser Vergleich für österreichische Unternehmer?
Es handelt sich um einen Vergleich der jeweiligen nationalen Steuersysteme.
Wenn eine in Österreich steuerlich ansässige Person eine slowakische Gesellschaft besitzt, werden die ausgeschütteten Dividenden auch nach den österreichischen Vorschriften beurteilt. Ausländische Dividenden unterliegen in Österreich grundsätzlich einem Steuersatz von 27,5 %. Eine im Ausland erhobene Steuer kann unter den Voraussetzungen des anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens angerechnet werden.
Für eine konkrete unternehmerische Entscheidung ist deshalb eine individuelle steuerliche Prüfung erforderlich. Dabei werden insbesondere folgende Faktoren berücksichtigt:
- die Eigentümer- und Beteiligungsstruktur,
- die steuerliche Ansässigkeit des Eigentümers,
- die Höhe der steuerpflichtigen Erträge,
- die geplante Verwendung des Gewinns,
- die Struktur einer österreichischen Muttergesellschaft und einer slowakischen Tochtergesellschaft.
Standort-Check Slowakei mit EMINEO PARTNERS
EMINEO PARTNERS kann im Rahmen eines Standort-Checks Slowakei eine individuelle Beurteilung vorbereiten und anschließend die notwendigen Schritte für den Aufbau und den laufenden Betrieb der slowakischen Gesellschaft begleiten.
Dazu gehören unter anderem:
- die Gründung der Gesellschaft,
- Buchhaltung und Reporting,
- Lohnverarbeitung,
- Steuerberatung,
- rechtliche Dienstleistungen.
Wie viel würde in Ihrem österreichisch-slowakischen Modell verbleiben?
EMINEO PARTNERS prüft die Eigentümerstruktur, die modellhafte Steuerbelastung und die erforderliche Ausgestaltung Ihrer slowakischen Gesellschaft.
EMINEO PARTNERS ist Mitglied von ETL GLOBAL
EMINEO PARTNERS ist Mitglied des internationalen Netzwerks ETL GLOBAL, das in mehr als 60 Ländern vertreten ist.
Kunden erhalten damit einen lokalen Ansprechpartner mit fundierter Kenntnis des slowakischen Unternehmensumfelds und gleichzeitig Zugang zu einem internationalen Netzwerk für grenzüberschreitende Fragen aus den Bereichen Steuern, Rechnungswesen, Recht und Wirtschaftsprüfung.
Für österreichische Unternehmen bedeutet das: lokales Know-how direkt hinter der Grenze und die Möglichkeit, grenzüberschreitende Themen in einem breiteren internationalen Kontext zu koordinieren.
Häufig gestellte Fragen: Österreich versus Slowakei
Wie viel bleibt dem Eigentümer von 1 Mio. € Gewinn in Österreich?
Im vereinfachten österreichischen Modell zahlt die Gesellschaft zunächst 23 % Körperschaftsteuer. Bei der vollständigen Ausschüttung des verbleibenden Gewinns an einen privaten Gesellschafter fallen grundsätzlich weitere 27,5 % Kapitalertragsteuer an.
Dem Eigentümer verbleiben damit 558.250 €.
Wie viel bleibt dem Eigentümer im slowakischen Modell?
Die Grafik zeigt zwei getrennte Modellfälle. In Variante A verbleiben dem Eigentümer von 95.000 € Gewinn vor Steuern nach 10 % Körperschaftsteuer und 7 % Besteuerung der vollständigen Gewinnausschüttung 79.515 €. In Variante B verbleiben dem Eigentümer von 1.000.000 € Gewinn vor Steuern nach 21 % Körperschaftsteuer und 7 % Besteuerung der vollständigen Gewinnausschüttung 734.700 €. Für den direkten Vergleich mit Österreich wird ausschließlich Variante B verwendet, da beide Berechnungen von 1.000.000 € Gewinn vor Steuern ausgehen.
Kann ein österreichischer Eigentümer die slowakischen Modellbeträge automatisch auf seine Situation übertragen?
Nein. Die dargestellten Beträge stammen aus vereinfachten nationalen Modellen. Für eine genaue Berechnung der Steuerbelastung ist eine individuelle Prüfung durch einen Steuerberater erforderlich. Dabei werden insbesondere die steuerliche Ansässigkeit, die Eigentümerstruktur, das anwendbare Doppelbesteuerungsabkommen und die konkrete Form der Gewinnausschüttung berücksichtigt.
Warum kann die Slowakei für ein österreichisches Unternehmen interessant sein?
Die Slowakei kann für österreichische Unternehmen interessant sein, die:
- eine Tochtergesellschaft gründen möchten,
- ein lokales Team aufbauen,
- einen Produktions- oder Servicestandort planen,
- in die Märkte Mittel- und Osteuropas expandieren,
- eine zusätzliche operative Basis in unmittelbarer Nähe zu Österreich suchen.
Bratislava liegt zudem nur rund 60 Kilometer von Wien entfernt.
Wie kann EMINEO PARTNERS ein österreichisches Unternehmen unterstützen?
EMINEO PARTNERS kann die Gründung einer slowakischen Gesellschaft, die steuerliche und buchhalterische Einrichtung, die Lohnverarbeitung, die rechtliche Unterstützung sowie das Reporting für den ausländischen Eigentümer übernehmen.
Als Mitglied von ETL GLOBAL verbindet EMINEO PARTNERS lokales Know-how in der Slowakei mit dem internationalen Hintergrund eines weltweit tätigen Beratungsnetzwerks.
Zusammenfassung
Bei einer vergleichbaren Ausgangsbasis von 1.000.000 € verbleiben einem privaten Eigentümer im vereinfachten österreichischen Modell 558.250 €. Im slowakischen Modell mit 21 % Körperschaftsteuer verbleiben 734.700 €.
Der modellhafte Unterschied zwischen Österreich und der Slowakei beträgt damit 176.450 €.
Die slowakische Variante mit 10 % Körperschaftsteuer und einem Gewinn vor Steuern von 95.000 € stellt ein separates Rechenbeispiel dar und ist nicht Bestandteil des direkten Vergleichs mit Österreich.
Der Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen den nationalen Steuersystemen. Die Slowakei kann für österreichische Unternehmen jedoch nicht nur aus steuerlicher Sicht interessant sein. Sie bietet auch eine geografisch nahe Unternehmensbasis unmittelbar bei Wien.
EMINEO PARTNERS kann die erforderliche steuerliche, buchhalterische, rechtliche und lohnbezogene Einrichtung einer slowakischen Gesellschaft begleiten.
Quellen: Österreich versus Slowakei
Österreichisches Bundesministerium für Finanzen – Körperschaftsteuer
https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/fuer-unternehmen/koerperschaftsteuer.html
Österreichisches Bundesministerium für Finanzen – Kapitalerträge und ausländische Dividenden
https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/sparen-veranlagen/kapitalertraege-im-engeren-sinn.html
Finanzverwaltung der Slowakischen Republik – Körperschaftsteuersätze
https://podpora.financnasprava.sk/929575-sadzba-dane
Finanzverwaltung der Slowakischen Republik – Pflichten bei der Ausschüttung von Dividenden im Jahr 2026
https://www.financnasprava.sk/_img/pfsedit/Dokumenty_PFS/Zverejnovanie_dok/Aktualne/DP/
DPPO/2026/2026.01.15_006_PO_2026_IM_podiel_zisk.pdf
Der Modellvergleich dient ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die konkrete Steuerbelastung hängt von der steuerlichen Ansässigkeit, der Eigentümerstruktur und den Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab.
